Der „Tag der Sachsen“ aus Sicht des Präsidenten Dr. Matthias Rößler

Dr. Matthias Rößler, Präsident des Kuratoriums „Tag der Sachsen“

Der „Tag der Sachsen“ gehört zum Freistaat Sachsen wie kein anderes Fest. Seit dem ersten „Tag der Sachsen“ 1992 ist er eine Erfolgsgeschichte und zieht jedes Jahr mehrere 100.000 Besucherinnen und Besucher in die unterschiedlichsten Städte in ganz Sachsen. Der Hüter des „Tages der Sachsen“ ist das Kuratorium „Tag der Sachsen“, dessen Präsident Dr. Matthias Rößler ist. Gemeinsam mit ihm haben wir einen Blick hinter die Kulissen gewagt und das Zusammenspiel der vielen Institutionen beim „Tag der Sachsen“ einmal beleuchtet:

Was ist die Erfolgsgeschichte „Tag der Sachsen“ nach fast 30 Jahren und warum gibt es den „Tag der Sachsen“ überhaupt?

Seit 1992 ist der „Tag der Sachsen“ das jährliche Landesfest der Vereine und Verbände und des Ehrenamtes im Freistaat Sachsen. Es gibt in Sachsen kein vergleichbares Fest mit diesem Fokus und dieser Bandbreite an mitwirkenden ehrenamtlichen Akteuren. Die Mitwirkung und Ausgestaltung des „Tages der Sachsen“ ist für viele Vereine ein jährlicher Höhepunkt ihrer Arbeit und sie kommen gerne in die Gastgeberstädte, reisen oft seit mehreren Jahrzehnten quasi mit dem Fest mit. Auch die Städte, die das Fest ausgerichtet haben, berichten im Nachgang über eine unglaublich tolle Stimmung in der Stadt und ein gestärktes Gemeinschaftsgefühl der Bewohnerinnen und Bewohner, die so ein großes Fest zusammen organisiert haben. Das zeigt, dass das Konzept stimmt und gut angenommen wird.

Was gefällt Ihnen persönlich an dieser Aufgabe?

Die Vereinsarbeit und das Ehrenamt in Sachsen liegen mir am Herzen. Ich mag die Arbeit mit unseren Kuratoriumsmitgliedern und bin bei jedem unserer Treffen angetan davon, was die vielen ehrenamtlich tätigen Menschen in Sachsen in ihrer Freizeit auf die Beine stellen. Das muss unbedingt unterstützt werden. Allein dies ist schon ein toller Ansporn, mich für den „Tag der Sachsen“ einzusetzen.

Seit über 10 Jahren begleiten Sie den „Tag der Sachsen“ bereits als Präsident des Kuratoriums „Tag der Sachsen“, welches persönliche Highlight verbinden Sie mit den „Tag der Sachsen“?

Jeder einzelne „Tag der Sachsen“ ist ein Highlight für sich, es würde mir schwer fallen, hier ein Fest besonders hervorzuheben. Alle „Tage der Sachsen“ erhalten durch die gastgebende Stadt und die dortigen Akteure ihre ganz eigene, besondere Note. Ein besonderes Highlight innerhalb des „Tages der Sachsen“ ist für mich der große Festumzug am Sonntagnachmittag, wenn sich die Vereine und Verbände präsentieren und gemeinsam mit den Zuschauern feiern. Dies zu sehen und die besondere Stimmung mitzuerleben, genieße ich sehr.

Wagen wir einen Blick in die Zukunft. Gibt es den „Tag der Sachsen“ auch noch in 10 Jahren und wird an dem Format weiter festgehalten?

Der „Tag der Sachsen“ blickt auf eine 30-jährige Geschichte mit 27 fröhlichen, bunten Festen zurück, die jedes Jahr ein Höhepunkt in der jeweiligen Stadt und der ganzen Region waren. In 24 Städten wurde der „Tag der Sachsen“ bislang gefeiert, mit einer Vielzahl von Akteuren und Besuchern aus allen Regionen des Freistaates Sachsen. Eine Ablösung des „Tages der Sachsen“ durch ein anderes Fest ist nicht geplant. Schon dadurch, dass das Fest jedes Jahr in einer anderen sächsischen Stadt stattfindet und vor Ort organisiert wird, spürt man immer die Handschrift der jeweiligen Stadt. Von daher entsteht jedes Jahr ein neuer, anderer und somit einzigartiger „Tag der Sachsen“ mit seinen ganz eigenen Akzenten.

Es liegt in der Natur solcher großen Veranstaltungen, dass sie nicht statisch sein können. Damit sie interessant und erfolgreich bleiben, muss man sich auf geänderte Rahmenbedingungen einstellen und dafür Lösungen finden. Dank der Unterstützung von Polizei und Rettungskräften ist bislang jeder „Tag der Sachsen“ eine sichere, friedliche und gelungene Veranstaltung für alle Teilnehmenden gewesen, auch wenn sich die Sicherheitsanforderungen in den vergangenen Jahren gewandelt haben. Seit Beginn der Pandemie müssen nun auch die Themen Hygiene und Gesundheitsvorsorge stärker in den Blick genommen werden. Das wird sich natürlich auf die Ausgestaltung des Festes auswirken müssen und alle Akteure sind gefragt, miteinander gute, tragfähige Lösungen zu erarbeiten, um auch in den nächsten Jahren Sachsens größtes Vereinsfest miteinander feiern zu können.

Nun ist der „Tag der Sachsen“ bereits zum zweiten Mal in Folge pandemiebedingt nicht durchgeführt wurden. Was fehlt Ihnen am meisten in den beiden letzten Jahren vom „Tag der Sachsen“?

Es liegt in der Natur solcher großen Veranstaltungen, dass sie nicht statisch sein können. Damit sie interessant und erfolgreich bleiben, muss man sich auf geänderte Rahmenbedingungen einstellen Am meisten fehlen mir die persönlichen Begegnungen mit den Menschen in den jeweiligen Ausrichterstädten und die guten Gespräche, die ich dort immer führen konnte. Der „Tag der Sachsen“ ist für mich eine wunderbare Gelegenheit, in Augenhöhe mit den Menschen vor Ort in Kontakt zu kommen und ich freue mich sehr darauf, wenn dies endlich wieder unbeschwert möglich sein wird.

Was ist eigentlich das Kuratorium „Tag der Sachsen“?

Das Kuratorium „Tag der Sachsen“ ist ein Zusammenschluss sachsenweit tätiger Verbände, Vereine und sonstiger gesellschaftlich relevanter Gruppen und Institutionen im Freistaat Sachsen. Es hat seinen Sitz in Dresden und wurde am 22. Februar 1992 als ideeller Träger des „Tages der Sachsen“ gegründet. Das Kuratorium hat das Fest in seiner heutigen Form von Beginn an mitkonzipiert, aufgebaut und weiterentwickelt. Seit 1992 begleiten die Mitglieder des Kuratoriums jährlich den „Tag der Sachsen“ und gestalten ihn mit.

Aktuell umfasst das Kuratorium 81 Mitglieder, beginnend beim Buchstaben „A“ wie dem ADAC Sachsen e. V. bis „V“ wie z. B. der Verbraucherzentrale Sachsen e. V. Die Mitglieder sind in den verschiedensten gesellschaftlichen Bereichen in Sachsen tätig und können durch diese Vielfalt sehr unterschiedliche Blickwinkel und Wissen aus vielen Bereichen in die Arbeit des Kuratoriums einbringen. Unterstützt der Sozialverband VdK Sachsen e. V. zum Beispiel bei Fragen zur Barrierefreiheit, stellt der Landessportbund Sachsen e. V. Kontakte zu den vielen dort organisierten Sportvereinen her und gestaltet jährlich einen eigenen Bereich samt Bühne. Eine Auflistung der Mitgliedsorganisationen und Links zu deren Internetpräsentationen findet man auf der „Tag der Sachsen“-Homepage unter www.tds.sachsen.de/kuratoriumsmitglieder-4740.html.

Alle Mitglieder des Kuratoriums engagieren sich ehrenamtlich und wirken in der Mitgliederversammlung und ein Teil davon auch im Arbeitsgremium, dem Präsidium des Kuratoriums, mit. Seit 2010 bekleidet Landtagspräsident Dr. Matthias Rößler das Amt des Präsidenten. Zum Ersten Vizepräsidenten wurde auf Vorschlag der kommunalen Spitzenverbände der Oberbürgermeister der Stadt Freiberg, Sven Krüger, gewählt. Beide Ämter stehen alle fünf Jahre zur Wahl. Das Amt des zweiten Vizepräsidenten nimmt derzeit Thomas Firmenich wahr, als Bürgermeister der nächsten Ausrichterstadt Frankenberg/Sa.

Wie wird man Mitglied im Kuratorium?

Um Mitglied im Kuratorium „Tag der Sachsen“ zu werden, muss die Organisation einen Aufnahmeantrag an das Präsidium des Kuratoriums stellen. Die Mitglieder des Präsidiums entscheiden dann über die Aufnahme in das Kuratorium.

Welche Aufgaben hat das Kuratorium?

Das Kuratorium bestimmt über die Grundsätze der Gestaltung und Durchführung des „Tages der Sachsen“. Bei seiner Gründung hat es sich als Arbeitsgrundlage ein Statut gegeben, in dem u. a. festgelegt ist, dass der „Tag der Sachsen“ als Veranstaltung sächsischer Bürgerinnen und Bürger gedacht und als großes Volks- u. Heimatfest mit umfangreichen kulturellen, sportlichen, folkloristischen, künstlerischen u. a. Veranstaltungen konzipiert ist. Diese Veranstaltungen sollen vorwiegend von sächsischen Vereinen, Gruppen, Verbänden und Einzelpersonen durchgeführt werden. Das heißt, der Schwerpunkt des Festwochenendes liegt auf der Präsentation der vielfältigen ehrenamtlichen Arbeit im Freistaat. Die sächsischen Vereine und Verbände sollen an diesen Tagen die Hauptakteure sein. Das Statut des Kuratoriums sieht außerdem vor, dass der „Tag der Sachsen“ keine kommerzielle Veranstaltung ist und kein Eintrittsgeld erhoben werden darf.

Das Kuratorium stellt sicher, dass der Charakter des Festes und alle dabei stattfindenden Veranstaltungen so geplant werden, dass sie mit diesem Kernanliegen des „Tages der Sachsen“ vereinbar sind. Darüber hinaus kann das Kuratorium für den jeweiligen „Tag der Sachsen“ weitere konzeptionelle Leitlinien und Schwerpunkte festlegen.

Das Arbeitsgremium des Kuratoriums ist das Präsidium. Es betreut die Ausrichterstädte des zurückliegenden, des aktuellen und des nächsten „Tages der Sachsen“. Dazu finden regelmäßige Arbeitssitzungen statt, in denen die Ausrichterstädte über den aktuellen Planungsstand berichten. Die Mitglieder des Kuratoriums bringen dort ihre Erfahrungen und Expertise in die Planungen ein.

Die Mitglieder des Kuratoriums bestätigen das Gesamtveranstaltungskonzept für den kommenden „Tag der Sachsen“ und stimmen den inhaltlichen Programmablauf mit der Ausrichterstadt ab. Das Kuratorium entscheidet weiterhin z. B. über die Bühnenstandorte der Medienpartner und beispielsweise über die Veranstaltungsorte der zentralen Veranstaltungen wie der Eröffnungs- und Abschlussveranstaltung und deren Programmgestaltung.

Eine wichtige Aufgabe ist die Bestimmung der Ausrichterstädte des „Tages der Sachsen“. Die Ausrichterstadt des übernächsten Jahres wählen die Mitglieder des Kuratoriums am Festwochenende zum „Tag der Sachsen“.

Außerdem übernehmen Mitglieder einzelne spezielle Veranstaltungsprojekte und setzen diese zum „Tag der Sachsen“ um oder gestalten eigene Themenmeilen und –bereiche innerhalb des Festgebietes.

Muss ein Verband Mitglied sein, um am „Tag der Sachsen“ mitzuwirken?

Nein, um beim „Tag der Sachsen“ mitzuwirken, beispielsweise im Bühnenprogramm, im Festumzug oder mit einem Präsentationsstand, muss man kein Mitglied im Kuratorium „Tag der Sachsen“ sein. Hierfür genügt eine Anmeldung beim Projektbüro der jeweiligen Ausrichterstadt.

Gäbe es auch einen „Tag der Sachsen“ ohne Kuratorium?

Das Kuratorium ist als ideeller Träger eng mit dem „Tag der Sachsen“ verknüpft. Der „Tag der Sachsen“ versteht sich als Podium für das breit gefächerte Ehrenamt in Sachsen und als Fest von Bürgerinnen und Bürgern für Bürgerinnen und Bürger. Das Engagement der Vereine, Verbände und Gruppen machen das Fest letztlich aus. Diese Arbeit wird durch das Kuratorium betreut und unterstützt.

Andere Bundesländer haben andere Konzeptionen für ihre Landesfeste, nicht überall gibt es ein Kuratorium wie hier in Sachsen.

Was macht die Geschäftsstelle „Tag der Sachsen“?

Die Geschäftsstelle des Kuratoriums mit Sitz in Dresden erledigt die laufende Verwaltungsarbeit des Kuratoriums. Sie führt Aufträge aus, die ihr durch die Mitgliederversammlung oder das Präsidium erteilt werden, bereitet die Mitgliederversammlungen und die Präsidiumssitzungen vor und führt den dazugehörigen Schriftwechsel. Darunter fällt auch um die Öffentlichkeits- und Pressearbeit des Kuratoriums und die Zusammenarbeit mit den Medienpartnern des „Tages der Sachsen“.

Sie vertritt die Interessen des Kuratoriums bzw. Präsidiums gegenüber der Ausrichterstadt. In der zweijährigen Vorbereitungszeit auf das Fest berät die Geschäftsstelle die Ausrichterstädte zu organisatorischen und konzeptionellen Fragen rund um den „Tag der Sachsen“ und nimmt an den regelmäßigen Arbeitsberatungen in den Städten teil. Die Geschäftsstelle unterstützt die Ausrichterstadt zum Beispiel bei grundlegenden Fragen, soweit deren Klärung oder Unterstützung durch die obersten Landesbehörden erforderlich ist. Sie vermittelt Kontakte zwischen der Ausrichterstadt und den Vereinen und Verbänden, die aktiv an der Veranstaltung teilnehmen wollen, und Landesbehörden bzw. Dachorganisationen. Weiterhin plant sie zusammen mit der Ausrichterstadt verschiedene zentrale Veranstaltungen und Empfänge, die während des „Tages der Sachsen“ stattfinden.